Kaninchen sind Gruppentiere - dieser Ratgeber geht von mindestens zwei Tieren aus.

Haustiere Kaninchen

Futterliste Obst: Welche Früchte Kaninchen vertragen

Über 25 Obstsorten in der Übersicht: was als Leckerli taugt, warum Zucker das Maß bestimmt und bei welchen Früchten Kerne und Steine entfernt werden müssen.

Redaktion Haustiere Kaninchen · zuletzt geprüft am 31. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Obst ist für Kaninchen ein Leckerli, kein Grundfutter — die Basis bleiben Heu und frisches Grün. Der Grund ist der Zucker: Er verschiebt die Darmflora und macht auf Dauer dick, deshalb gilt als Faustregel ein daumennagelgroßes Stück, wenige Male pro Woche. Bei Kernobst und Steinobst werden Kerne und Steine vorher entfernt — sie enthalten Amygdalin, aus dem im Körper Blausäure freigesetzt werden kann. Und wie bei jedem Frischfutter gilt: Neue Sorten langsam anfüttern, eine nach der anderen.

Kernobst

ObstEignungHinweis
Apfelin MaßenKerngehäuse entfernen — Apfelkerne enthalten Amygdalin; die Sorte spielt keine Rolle
Birnenur seltensüßer als Apfel, kann in Mengen den Kot weich machen; Kerne entfernen
Quittenur seltennur reif und in kleinen Stücken, Kerngehäuse entfernen

Steinobst

Steinobst ist zuckerreich und kann abführend wirken — kleine Stücke, selten, und der Stein wird immer entfernt.

ObstEignungHinweis
Kirschenur seltenStein entfernen, zuckerreich
Pflaume / Zwetschgenur seltenStein entfernen, wirkt leicht abführend
Mirabellenur seltenStein entfernen
Aprikosenur seltenStein entfernen
Pfirsichnur seltenStein entfernen, sehr saftig — kleine Stücke
Nektarinenur seltenwie Pfirsich

Beeren

Beeren sind unter den Obstsorten die bessere Wahl: weniger Zucker als Banane oder Steinobst, und bei Himbeere und Brombeere ist das Blattwerk sogar täglich geeignet — mehr dazu in der Futterliste Kräuter.

ObstEignungHinweis
Erdbeerein Maßenauch die Blätter dürfen mitgefüttert werden
Himbeerein MaßenBlätter täglich geeignet, Frucht als Leckerli
Brombeerein Maßenwie Himbeere
Heidelbeerein Maßenfärbt den Kot dunkel — das ist harmlos
Johannisbeerein Maßensäuerlich, wird nicht von jedem Tier genommen
Stachelbeerenur seltennur reif
Hagebuttein Maßenfrisch oder getrocknet, wird gern genommen

Weitere Früchte

ObstEignungHinweis
Bananenur seltensehr zuckerreich und stopfend — ein dünnes Scheibchen genügt — mehr dazu
Wassermelonein Maßenwasserreich, im Sommer beliebt; Kerne und Schale entfernen — mehr dazu
Honigmelonenur seltendeutlich zuckerreicher als Wassermelone
Weintraubenur seltenzuckerreich, kernlose Sorten bevorzugen
Ananasnur seltensäure- und zuckerreich, nur frisch — keine Konserve
Kiwinur seltensäurereich, kleine Stücke
Mangonur seltensehr zuckerreich, Stein entfernen
Papayanur seltenkleine Stücke, Kerne entfernen
Feige (frisch)nur seltensehr zuckerreich

Nicht geeignet

Was generell nicht in den Napf gehört, steht ausführlich im Beitrag Giftig für Kaninchen — diese Früchte betrifft es besonders:

ObstEignungHinweis
Avocadoungeeignetgilt für Heimtiere als giftig
Zitrusfrüchte (Zitrone, Limette, Orange, Mandarine)ungeeignetsehr säurereich, gelten als unverträglich
Rhabarberungeeignetsehr oxalsäurereich, die Blätter gelten als giftig
Trockenobst und Rosinenungeeignetkonzentrierter Zucker — auch als Zutat in Fertigmischungen
Obstkonserven und Kompottungeeignetgezuckert und gekocht

So wird angefüttert

Auch beim Obst gilt: eine neue Sorte auf einmal, zunächst ein kleines Stück, dann drei bis vier Tage die Köttel beobachten. Bleiben sie normal geformt, darf die Sorte im Wechsel mit anderen als gelegentliches Leckerli auf den Speiseplan. Weiche Köttel oder Matschkot sind das Signal, die Menge zu reduzieren oder die Sorte zu streichen.

Kurz gefasst

Obst bleibt die Ausnahme: kleine Stücke, wenige Male pro Woche, und Beeren sind dabei die beste Wahl. Kerne und Steine werden grundsätzlich entfernt, Trockenobst und Zitrusfrüchte bleiben ganz weg. Wer täglich etwas Frisches geben will, greift besser zur Futterliste Gemüse — Blattgemüse darf jeden Tag in den Napf.

Quellen

  • Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.: Merkblatt Nr. 157 „Kaninchen als Heimtiere“, Stand September 2019 — Heu und strukturreiche Rohfaser als Basis; Obst nur als kleiner Anteil des Frischfutters; langsame Futterumstellung
  • Giftzentrale Bonn: Übersicht giftiger Pflanzen — Angaben zu blausäureliefernden Kernen und Steinen (Amygdalin) sowie zu Avocado und Rhabarber
  • Merck/MSD Veterinary Manual: Digestive Disorders of Rabbits — zucker- und stärkereiches Futter sowie abrupte Futterumstellung als Auslöser von Verdauungsstörungen