Ja, aber nur die reife Frucht und nur in kleiner Menge. Tomaten sind Nachtschattengewächse: Alle grünen Teile — Strunk, Stängel, Blätter und unreife, grüne Früchte — enthalten Solanin beziehungsweise Tomatin und sind für Kaninchen tabu. Das rote, ausgereifte Fruchtfleisch dagegen ist unproblematisch, eignet sich wegen seines Zucker- und Wassergehalts aber eher als gelegentliches Leckerli denn als Grundfutter.
Wie viel und wie oft?
Ein kleines Stück reife Tomate, wenige Male pro Woche — mehr braucht es nicht. Tomate ist kein Futter, das täglich in der Mischung stehen muss; sie ist eine Abwechslung neben der eigentlichen Grundlage aus Heu und blattreichem Grünfutter. Wie diese Grundlage aussieht, steht unter Heu zuerst, Frischfutter dazu.
Auch für Tomate gilt das Prinzip der langsamen Anfütterung: beim ersten Mal nur ein kleines Stück geben und den Kot beobachten. Verträgt das Tier die neue Sorte, kann sie gelegentlich wiederkommen. Wird der Kot weich, wird die Tomate gestrichen oder die Menge verringert.
Worauf zu achten ist
- Nur reife, rote Früchte. Grüne oder halbreife Tomaten enthalten deutlich mehr Solanin und Tomatin und gehören nicht in den Napf.
- Strunk und Stielansatz herausschneiden. Der grüne Ansatz an der Frucht zählt zu den Pflanzenteilen, die tabu sind.
- Blätter und Stängel fernhalten. Wer Tomaten im Garten, Gewächshaus oder auf dem Balkon zieht, muss sicherstellen, dass die Kaninchen nicht an die Pflanzen kommen — das gesamte Tomatengrün ist unverträglich.
- Kleine Mengen. Tomate ist wasser- und zuckerreich und liefert kaum Struktur; als regelmäßige große Portion belastet sie die Verdauung.
- Waschen und nichts Schimmeliges oder Angefaultes verfüttern.
Dieselbe Vorsicht bei allem Grünen gilt für die verwandte Paprika — dort ist ebenfalls nur die Frucht ohne Strunk und Kerngehäuse geeignet, siehe Dürfen Kaninchen Paprika essen?. Welche Sorten sich als tägliches Gemüse eignen, zeigt die komplette Gemüseliste; eine Übersicht über wirklich gefährliche Pflanzen und Futtermittel steht unter Giftig für Kaninchen.
Kurz gefasst
Reife Tomate ist als kleines, gelegentliches Leckerli erlaubt — mehr nicht. Alles Grüne an Pflanze und Frucht bleibt wegen Solanin und Tomatin konsequent tabu, unreife Tomaten eingeschlossen. Wer Tomatenpflanzen zieht, hält sie außerhalb der Reichweite der Tiere.
Quellen
- Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.: Merkblatt Nr. 157 „Kaninchen als Heimtiere“, Stand September 2019 — Heu und Rohfaser als Basis der Ernährung, langsame Futterumstellung
- Giftzentrale Bonn: Übersicht giftiger Pflanzen — Solanin und Tomatin in grünen Pflanzenteilen und unreifen Früchten von Nachtschattengewächsen